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Thorsten Waap

Thorsten Waap

Dienstag, 08 Mai 2012 08:44

Das Leben ist wie Schokolade

Das Leben ist wie Schokolade,

anbei ein kleines Lied anlässlich der letzten Konfirmation bei uns. Ich entschuldige mich bei allen förmlich, denen kurzzeitig das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, nur weil sie an den Geschmack ihrer Lieblingsschokolade erinnert wurden.

Liebe Grüße an alle im Frühsommer!

 

Leben ist wie Schokolade

Man bricht es an mit leisem „Knack“ und kommt sehr schnell auf den Geschmack,

zuweilen schmilzt es sanft dahin und streichelt zärtlich deinen Sinn.

Dann ist fast alles ein Genuss, ein Kick, ein Spaß, wie `n süßer Kuss,

dann ist es leicht wie Sahnecreme, mit feinem Schmelz und sehr bequem.

Nur nimmst du leider oft zu viel, wirst süchtig nach dem Hochgefühl,

dann liegt‘s im Magen wie ein Stein.

Das Leben ist wie Schokolade, wie Vollmilch, Nougat, Marzipan,

ist süß und froh, ist einfach so - damit fängt es meistens bei uns an.

Das Leben ist wie Schokolade,  auch bitter und mit harter Nuss;

ist schwer und fett, ist nicht nur nett – nicht nur Wollen, Können, sondern Muss!

Manche Sorte mag man nicht, an den Kernen beißt man sich,

bald die Zähne aus und flucht, weil deine Linie `s Weite sucht.  

An andrem hast du lang zu kauen, vieles ist schwer zu verdauen.

Zartbitterschokozeit - in schwarz, mit Chili scharf und zäh wie Harz.

Doch schmeckst du Dich in Neues ein, wird dein Geschmack bald reifer sein;

genießt in Maßen jedes Stück.

 

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, es darf auch Schokolade sein,

in der man Gottes Güte spüren kann.

Gut, wenn man in allem, was geschieht, die Schokoladenseite sieht,

mit einem Lächeln neu beginnen kann.

Dein Leben ist wie Schokolade, sei nicht geizig, gib dich hin;  

jedes Stück von Dir, macht es schöner hier – alles, was du teilst ist ein Gewinn.  

Dein Leben ist wie Schokolade, und du sollst genießbar sein,

ganz nach eigner Art, süß-scharf-kernig-zart – komm wir laden uns einander ein:

 

Schokolade – lade ich dich ein!       …                                                              

(T.+M.: Thorsten Waap, 2012)

Freitag, 24 Februar 2012 17:33

Gut genug! Geniale Fastenaktion

„Gut genug!“ Du bist gut genug! Unter diesem Motto steht die diesjährige Passionszeit, also die sieben Wochen, in denen wir uns auf Karfreitag und Ostern vorbereiten. Die Passionszeit wurde ursprünglich als Fastenzeit begangen, als Zeit der Zurückhaltung, der Reduktion von Lebensintensität, von weniger als mehr. „Sieben Wochen ohne“ ist so zum geflügelten Wort geworden. In diesem Jahr nun ist die Kampagne eine - wie ich finde - hervorragende, weil sie uns auffordert auf unsere überflüssigen Einreden und Selbstvorwürfe zu verzichten. Du bist „gut genug! Sieben Wochen ohne falschen Ehrgeiz“ ist der ausgeführte Titel.

Das Lebensgefühl vieler Menschen in unserer modernen Gesellschaft, wie wir immer wieder an eigenem Leib erfahren: einer Leistungsgesellschaft, ist die Selbstwahrnehmung: „Ich bin nicht gut genug!“ Die Ansprüche sind bei vielen sehr hoch, man setzt sich unter Druck, die Leistung zu bringen, die (scheinbar) von einem gefordert wird. Diejenigen, die es schaffen, die von außen gesehen gut funktionieren und durchkommen, leben häufig eingekeilt und bedrückt, um das Erreichte zu bewahren, das Rad am Laufen zu halten und zu bestätigen, dass sie das alles „verdient“ haben. Die anderen, die unter dieser Last nicht leben können oder in die Knie gehen, erfahren das ganz direkt: Du bist nicht gut genug! Du erfüllst nicht die Anforderungen! Gleich zu welcher Gruppe wir gehören, von außen wird uns das vermittelt und wir sagen es uns oft selber, reden es uns ein.

Dem setzt die christliche Botschaft den Zuspruch Gottes entgegen: „Du bist gut genug! Es reicht, was Du leisten kannst, was du bist! Du reichst mir, du bist gut, weil ich dich so nehme, wie du bist. Du bist mir lieb und wert“, sagt Gott. Übrigens, wenn Gott wirklich „die Liebe ist“, wie wir in dem vollmundigen Wort der Bibel (1Joh 4,7) lesen können, dann ist er unser „Liebhaber“ und dann sind wir Geliebte. Also der Umgang Gottes mit uns ist ein ganz anderer, die Sprache ist eine von Liebenden, die nicht über Verdienste, Leistung und Bedingungen verhandeln. Ein Liebender fragt nicht, ob der oder die Geliebte „gut genug, schön genug, groß genug, fromm genug “ ist. Nein, Gott ist von uns hingerissen, er sehnt sich nach uns und danach, dass wir unseren eigenen Wert erkennen: Du bist gut genug, du bist wunderbar!

Nichts anderes gilt es einzuüben, neu zu ergreifen, als allein diesen Zuspruch. Alles andere ergibt sich daraus: also wie man dem Leben standhält, wie man mit Enttäuschungen, mit Tiefen umgeht und Erfolge, die Höhen des Lebens dankbar empfängt usw. und ….

Wer diesen Gedanken, dieser Wirklichkeit nachgehen will ist herzlich eingeladen die Passionszeit in diesem Jahr bewusst mitzuerleben. Ich lade ein zu den Wochentreffen, jeweils am Donnerstag um 18.00 Uhr ins Martin-Luther-Haus. Wer das Material (Kalender) bestellen will kann das über das Pfarramt (Tel. 342) oder direkt über das Internet (www.7-wochen-ohne.de).

Also bis dann – und ich verbleibe nicht mit der Aufforderung: Mach’s gut, sondern mit: Freu Dich, du bist gut genug!

Samstag, 31 Dezember 2011 12:07

Gutes neues Jahr

 

Kurze Gedanken zur Jahreslosung    "Meine Kraft ist in den schwachen mächtig!" (2Kor 12,9)

Es war in einer der Jahresrückblickshows, nur am Rand habe ich es aufgeschnappt, weil es eine wirklich schöne Geschichte ist - so habe ich sie behalten und gebe sie weiter:

Mehrere Männer mit Motorradhelmen maskiert wollen ein Juweliergeschäft stürmen, am helllichten Tag, an einer belebten Straßenkreuzung irgendwo in England; zwei Männer schlagen auf die Schaufenster ein, einer will den Laden stürmen, zwei andere warten auf ihren Motorrollern, um die Räuber aufzunehmen und mit ihnen davonzubrausen. Keiner von den Passanten rührt sich, es scheint so, dass sie auf die Polizei warten, oder einfach nur darauf, dass alles vorbeigehen möge.

Da stürmt eine alte Dame im roten Mantel von der anderen Straßenseite auf dieses Geschehen zu, in der Hand hält sie eine etwas überdimensionierte altmodische Handtasche. Sie erreicht die Verbrecher – nur diese eine alte Oma - und sie drischt, was das Zeug hält, auf die Diebe ein. Den einen erwischt sie am Helm, er kommt ins Straucheln, einen anderen verfehlt sie, aber die Kerle sind so erschrocken, dass sie reißausnehmen; dem Fahrer des einen Motorroller kippt dann noch die Vespa um und die Oma holt zum entscheidenden Schlag mit der ultimativen Gerechtigkeitshandtasche aus. Sie streckt die Bösewichte nieder. Dann sieht man, dass endlich ein Polizist dazu gerannt kommt und jedenfalls zwei Räuber direkt am Ort des Geschehens dingfest gemacht und festgenommen werden.

„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!“, so lautet die Jahreslosung aus dem 2. Korintherbrief des Apostels Paulus. Dieser Satz steht über dem kommenden Jahr wie ein Motto. Es ist ein gutes Wort, es ist so ein Rot-Mantel-Oma-Kraftspruch für das neue Jahr! So sollen wir mit dem Umgehen, was kommt, was uns an Negativem, an Bösem, an schweren Dingen begegnet; wenn es wieder kriminell wird in unserem Alltag, oder Schicksalhaftes uns herausfordert. Es werden dir Kräfte zuwachsen für das, was du bewältigen musst; lass dich nicht erschrecken, von dem, was kommen mag. Zu allem, was Gott Dir zumutet, gibt er auch die Kraft es zu bewältigen, es gesegnet durchzustehen, dann, wenn du sie brauchst.Du sollst mit der Oma rechnen, einer Kraft von außen, die eben nicht deine eigene ist und diese Kraft in dir nähren. Wo die Gefahr ist, da wächst das Rettende auch!  Eine alte schwächliche Oma bringt vier erwachsene Männer, randvoll mit krimineller Energie, zur Strecke. Ihr wuchsen Kräfte zu, eine innere Empörung, ein Empfinden, dass sie handeln ließ, ein Gefühl, das ganz neue, ungeahnte Kräfte mobilisierte, entfesselte. So sollen wir ins neue Jahr gehen, mit diesem Omamut, mit diesem Handtaschenschlag aus den Kräften Gottes.

 

Nur ein Gedanke, mir hilft er jedenfalls. Gesegnetes neues Jahr!  Thorsten 

Dienstag, 13 Dezember 2011 20:01

Martin Moro in concert

Also doch noch ein kleines Wort zu dem wunderschönnen Sonntagabend mit Martin Moro.

Ich habe mich schon ein bisschen geärgert, dass ich einen echten Gitarristen eingeladen habe - er hat die Preise total verdorben; jetzt wissen die Heringer, wie man richtig Gitarre spielt und das das müde Gezupfe auf den Saiten meinerseits Lichtjahre davon entfernt ist. Aber, was tut man nicht alles, um die wahre Kunst zu fördern. Ich werde mich von den Kaminen in befreundeten Haushalten fernhalten, um meine Gitarre nicht darin zu verbrennen - versprochen!

Freitag, 09 Dezember 2011 14:54

Menschlicher Gott

Also jetzt gleich mal etwas Besinnliches - in der manchmal für mich besinnungslosen oder zumindest besinnungsschweren Adventszeit. Ein Gedanke, der im Vorgriff auf Weihnachten mit mir geht und in meinem Weihnachtslied Ausdruck gefunden hat; gestern fertig geworden: "Menschlicher Gott!" Die Macht, die ich meine, kann man in den Augen unserer Kinder leuchten sehen. Alles tut man gerne für sie, ob es die eigenen sind, oder Patenkinder oder andere ... Was für eine Macht hat die Liebe, wenn man sich auf sie einlässt -  soll nicht zu pathetisch klingen, aber es ist die Kernerfahrung von Weihnachten.

Ich bringe es hier nicht zu Gehör, aber zu Gesicht - die Melodie ist königlich, flott: ich müsste sie live vorspielen oder am Telefon. Ich bitte aber darum auf Anrufe zu verzichten. Lest selbst und äußert Eure Gedanken:

 

 

Menschlicher Gott

Der Schöpfer der Erde, der Herr über ’s All /

wird klein und gering, kommt in unseren „Stall“.

Er legt seine Allmacht und Herrlichkeit ab /

und steigt in das nackte Menschsein hinab.

Er wird ohne Obdach, in Armut geboren, /

hat – wie jeder Säugling – geschrien und gefroren.

Er teilt unser Schicksal mit Haut und mit Haar /

und sucht unser Herz, ist uns näher als nah.

Ref.:

Wir singen: Gloria, Gott ist da! / Gloria dem Kind!

Wir singen: Gloria, Gott ist da, / weil wir Geliebte sind!

Ihn muss man nicht fürchten, hier ängstet dich nichts; /

es ist nur die Macht eines Kindergesichts,

die dich in die Knie zwingt, dich anbeten lässt /

unser Gott will geliebt sein, wie ein Junges im Nest.

Er achtet deine Freiheit und reißt dich doch hin. /

Die wehrlose Liebe - in ihr liegt der Sinn -

öffnet Gottes Geheimnis inmitten der Welt, /

das, was sie im Innersten zusammenhält.

Ref.:

Sucht ihn nicht da draußen, im Himmel, weit weg /

er wählte ein vollkommen andres Versteck:

Wohnt in irdischen Herzen, kommt unter dein Dach /

und wird dir zur Kraft, wo du arm bist und schwach.

Geht an deiner Seite, durch Ängste und Not /

führt göttliche Wege, der menschliche Gott,

und wandelt von innen das Menschheitsgeschick /

in der Krippe erfasst uns sein ewiger Blick.

Ref.

 

Eine gute und schöne Adventszeit noch

 

Euer Thorsten Waap